Eine Creme soll zu einem angenehmen Moment im Alltag werden. Du öffnest die Verpackung, verteilst eine kleine Menge und möchtest danach das Gefühl haben, gut für dich gesorgt zu haben. Ob eine Aloe-vera-Creme dazu passt, hängt von mehr ab als vom Namen auf dem Tiegel.
Für die Auswahl lohnt es sich, deinen Pflegewunsch und die gesamte Rezeptur zusammen anzuschauen. Dann kaufst du mit einer klaren Vorstellung davon, wofür du die Creme verwenden möchtest.
Eine Creme ist mehr als ihr bekanntester Bestandteil
Viele Cremes sind Emulsionen, also Mischungen aus Wasser und Öl. Zu einer kosmetischen Rezeptur können ausserdem Bestandteile gehören, die Konsistenz, Stabilität, Geruch oder Haltbarkeit beeinflussen. [14, 15]
Aloe vera kann darin ein Bestandteil sein. Der Pflanzenname auf der Vorderseite verrät jedoch noch nicht, wie sich die Creme verteilt oder ob sie für dein Gesicht, deine Hände oder deinen Körper geeignet ist.
Auch die Anzahl der Inhaltsstoffe liefert allein kein Qualitätsurteil. Frage lieber, ob die vollständigen Angaben verfügbar sind und ob du darin etwas findest, das du aufgrund einer bekannten Unverträglichkeit meiden musst.
Was auf der Inhaltsstoffliste steht
Kosmetische Bestandteile werden mit standardisierten INCI-Bezeichnungen angegeben. Für den EU-Markt gilt grundsätzlich eine absteigende Reihenfolge nach Gewichtsanteil; Bestandteile mit weniger als einem Prozent dürfen anschliessend in anderer Reihenfolge stehen. Deshalb lässt sich aus der Position allein keine genaue Prozentzahl errechnen. [16]
Wenn dir ein bestimmter Aloe-Anteil wichtig ist, suche nach einer verständlichen Herstellererklärung. Frage bei unklaren Angaben nach, auf welche Rohstoffform oder Berechnung sich eine Prozentzahl bezieht. Ohne diese Information vergleichst du möglicherweise Angaben, die Unterschiedliches beschreiben.
Du musst die ganze Rezeptur nicht selbst fachlich bewerten können. Schon die Entscheidung, bei Unklarheiten nachzufragen, macht deinen Vergleich konkreter.
Woran du deinen Pflegebedarf festmachen kannst
Trockene Haut kann spannen, schuppen oder jucken. Dermatologische Empfehlungen raten bei trockener Haut unter anderem zu schonender Reinigung und einer geeigneten Feuchtigkeitspflege. Cremes und Salben werden bei stärkerer Trockenheit häufig gegenüber leichteren Lotionen bevorzugt. [11, 12]
Für deinen Einkauf kannst du daraus eine praktische Frage ableiten: Möchte ich eine leichte Alltagspflege oder suche ich gezielt ein Produkt für trockene Haut?
Eine Creme, die du am Körper angenehm findest, muss nicht automatisch deine liebste Gesichtspflege werden. Vergleiche Produkte deshalb für den Bereich, den du tatsächlich pflegen möchtest. So vermeidest du, dass die Packungsgrösse oder ein allgemeines Versprechen deine eigentliche Anforderung verdrängt.
Duft ist eine persönliche Vorliebe mit Grenzen
Ein angenehmer Duft kann zur Freude an einem Produkt beitragen. Wenn deine Haut empfindlich oder trocken ist, verdienen Duftstoffe aber besondere Aufmerksamkeit. Die American Academy of Dermatology empfiehlt bei trockener Haut parfümfreie Pflege. [11]
Bekannte Duftstoffallergien solltest du bei der Auswahl ausdrücklich berücksichtigen. Die Bezeichnung natürlich beantwortet die Verträglichkeitsfrage nicht. Auch bei einer Creme mit Pflanzenbestandteilen bleibt die vollständige Rezeptur entscheidend.
Wenn du bereits eine gut verträgliche Pflege kennst, kannst du deren Angaben als Vergleichshilfe mitnehmen. Das beweist keine Verträglichkeit eines neuen Produkts, gibt dir aber einen konkreten Ausgangspunkt für Nachfragen.
Konservierung ist Teil einer durchdachten Rezeptur
Konservierungsstoffe werden eingesetzt, um das Risiko einer mikrobiellen Verunreinigung zu verringern und Produkte während ihrer vorgesehenen Haltbarkeit sicher verwendbar zu halten. Die Europäische Kommission erläutert ausdrücklich diese Schutzfunktion. [15]
Ein Werbehinweis auf den Verzicht auf Konservierungsstoffe ist deshalb für sich allein kein Beleg für eine bessere Creme. Ebenso wenig bedeutet das Vorhandensein eines Konservierungsstoffes automatisch, dass ein Produkt für dich ungeeignet ist.
Sinnvoll ist eine differenzierte Betrachtung: Bei einer bekannten Allergie meidest du den betreffenden Stoff. Darüber hinaus beurteilst du die Creme anhand nachvollziehbarer Informationen statt anhand einer möglichst langen Liste von Verzichtsversprechen.
So bleibt der erste Kauf überschaubar
Wenn möglich, beginne mit einer Packungsgrösse, die zu einem ersten Kennenlernen passt. Der niedrigste Preis pro 100 Milliliter hilft wenig, wenn du eine grosse Menge kaufst und das Produkt anschliessend nicht gerne verwendest.
Lies ausserdem die Haltbarkeitsangaben. Bei vielen länger haltbaren Kosmetikprodukten kennzeichnet ein geöffneter Tiegel mit einer Monatsangabe die Verwendungsdauer nach dem Öffnen. Ein Beispiel wäre 12M für zwölf Monate. Beachte immer die konkrete Kennzeichnung und Lagerung. [17]
Eine passende Creme nimmt dir eine tägliche Entscheidung ab
Wenn du eine Creme gefunden hast, die du verträgst und gerne benutzt, brauchst du nicht bei jedem neuen Pflanzenversprechen wieder von vorne zu beginnen. Du kannst dich bewusst für eine Aloe-vera-Creme entscheiden und gleichzeitig realistische Erwartungen behalten.
Dein nächster Schritt: Vergleiche Aloe-Cremes nach Anwendungsbereich, Rezeptur, Duft, Packungsgrösse und Preis. Wähle diejenige, deren Eigenschaften am klarsten zu deinem Pflegewunsch passen.
Quellen
**[11] American Academy of Dermatology.** Dermatologists‘ top tips for relieving dry skin. Allgemeine Pflegeempfehlungen bei trockener Haut. https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/dry/dermatologists-tips-relieve-dry-skin
**[12] American Academy of Dermatology.** Dry skin: Overview. Einordnung trockener Haut und geeigneter Pflegeformen. https://www.aad.org/public/diseases/a-z/dry-skin-overview
**[14] US Food and Drug Administration.** Shelf Life and Expiration Dating of Cosmetics. Informationen zu Stabilität, Veränderungen und Lagerung. US-Rechtsangaben wurden nicht auf die Schweiz oder die EU übertragen. https://www.fda.gov/cosmetics/cosmetics-labeling/shelf-life-and-expiration-dating-cosmetics
**[15] Europäische Kommission.** Preservatives. Funktion und Sicherheitsbewertung von Konservierungsstoffen in kosmetischen Mitteln. https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/cosmetics/cosmetic-products-specific-topics/preservatives_en
**[16] Umweltbundesamt.** Informationen zu Chemikalien in Verbraucherprodukten. Abschnitt Kosmetika: Bestandteilliste und Konzentrationsreihenfolge. https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/informationen-zu-chemikalien-in
**[17] Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.** „Mindestens haltbar bis“ – das gibt es auch für kosmetische Mittel. Kennzeichnung von Kosmetik im EU-Kontext. https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/bedarfsgegenstande/kosmetische_mittel/mindestens-haltbar-bis-das-gibt-es-auch-fur-kosmetische-mittel-73943.html